BcVW Pressemitteilung vom  24.1.2020

Erste Forderungen und Positionen der deutschen Cannabiswirtschaft

Zur Vorstellung des ersten Positionspapieres des BvCW e.V. erklärt der Präsident der Cannabiswirtschaft, Dr. Stefan Meyer: 

„Im gesamten Bereich des deutschen Cannabismarktes gibt es viele Fragen, die mit Entscheidungsträgern besprochen werden müssen. Zentrum unserer Forderungen ist die Etablierung eines innovativen und nachhaltigen Marktes für Cannabis-Produkte auf Basis von Produktqualität, Verbraucherschutz und der Einhaltung und Beachtung zu schaffender Qualitätsstandards. Nach unserer ersten Vorstandssitzung sind wir zuversichtlich, viele Regulierungsfragen mit Administrationen, der Legislative und Marktteilnehmern zu klären. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen wir passende Rahmenbedingungen für den deutschen Cannabismarkt.“

Aus dem Positionspapier:

„Als Cannabiswirtschaft setzen wir uns für die Etablierung eines innovativen und nachhaltigen Marktes für Cannabis-Produkte auf der Basis von Produktqualität, Verbraucherschutz und der Einhaltungen und Beachtung zu schaffender Qualitätsstandards, ein. Wir arbeiten derzeit in den Bereichen Medizinalcannabis, Nutzhanf, CBD, sowie Technik, Handel & Dienstleistungen. Als junger und wachsender Verband werden wir weiter an praktischen Lösungsvorschlägen für die Cannabiswirtschaft in Deutschland arbeiten und unsere Forderungen künftig weiter differenzieren. Detailliere Forderungen zu den Fachbereichen des Branchenverband Cannabiswirtschaft e.V. (i.G.) lesen Sie in unserem ersten Positionspapier auf www.cannabiswirtschaft.de.

Medizinalcannabis – Deutschland nimmt im Bereich des Medizinalcannabis im europäischen Vergleich eine fortschrittliche Rolle ein. Basis für eine künftige starke Marktstellung im Hochlohnland Deutschland ist die Technologie- und Innovationsführerschaft in Entwicklung und Produktion von Cannabisprodukten in Verbindung mit höchster Qualität und Zuverlässigkeit. Derzeit geht es im Bereich des medizinischen Cannabis um Fragen von Import- und Anbaulizenzen. Auch die Regelungen zur Weiterverarbeitung (z.B. Extrakte), Fragen der Lagerung (Sicherheit) und Verpackung (Fertigprodukte) werden eine Rolle spielen. 

Nutzhanf – Im Bereich Nutzhanf stehen die Regelungen des BtMG einer einfachen Nutzung als Industriegut entgegen. Nicht alle zertifizierte EU Sorten sind für eine vielfältige Nutzung geeignet. Der zugelassene THC-Gehalt unterscheidet sich in Europa, bürokratische Verfahren und überflüssige Meldepflichten behindern noch immer die einfache und unbürokratische Verwendung von Cannabis als Biorohstoff, Dämmmaterial, Hanfplastik, Öl oder Textilstoff.  Das Potenzial von Hanf für eine nachhaltigere Landwirtschaft und Klimaschutz soll stärker kommuniziert werden.
Insbesondere im Bereich der Nutzhanfindustrie geht es darum, die Nachfrage für die diversen Produkte durch Öffentlichkeitsarbeit zu stärken sowie Verwertungs-/Produktionsketten für klassische und neue Produkte zu fördern. Der Biorohstoff Hanf mit seinen vielfältigen (und bislang noch nicht genutzten/erforschten) Einsatzmöglichkeiten sollte endlich die Aufmerksamkeit bekommen, den er verdient hat. 

Hanf-Lebensmittel – Hanf als Lebensmittel unterliegt weitreichenden Regulierungen, die aus der Zeit des jahrzehntelangen Cannabisverbotes entstanden sind. Das Bedürfnis nach gesunder Ernährung und nachhaltiger Landwirtschaft haben dem Hanf in Lebensmitteln eine neue Wertschätzung zukommen lassen. 

Cannabidiol  & andere Cannabinoide (nicht-medizinaler Bereich) – Der Markt für CBD & andere Cannabinoid-Produkte ist im starken Wachstum begriffen. Gleichzeitig erfahren Hersteller und Vertreiber von CBD-Produkten neue Regulierungen, bis hin zur Maßnahmen durch Aufsichtsbehörden und Staatsanwaltschaften. Der BvCW tritt für rechtliche Sicherheit für Kommerzialisierung und Handel von und mit CBD & Cannabinoid-Produkten durch Positionierung gegenüber Politik, Wirtschaft und Verbrauchern ein. Ein zusätzlicher Schwarzmarkt – ähnlich dem mit THC-haltigen Produkten – muss vermieden werden. Verbraucherschutz, Rahmenbedingungen und Qualitätssicherungen müssen für die verschiedenen Anwendungen (z.B. Lebensmittel, Kosmetik, usw.) von CBD und anderen Cannabinoiden jeweils einzeln mit allen Beteiligten dialogisch erörtert und festgelegt werden. 

Die Einordnung von CBD-Extrakten als „Novel Food“ ist sehr kritisch zu hinterfragen, und muss geändert werden. Der aktive Dialog mit beteiligten Behörden und Entscheidungsträgern in diesen Fragen gehört zu den Aufgaben des BvCW.  Bei der Verwendung von CBD oder anderen Cannabinoiden in Kosmetika und Lebensmitteln müssen wissenschaftliche Erkenntnisse zu praktikablen Rahmenbedingungen führen. Dies gilt auch für die Nutzung von natürlichem CBD in Lebensmitteln und anderen Produkten. 

Technik, Handel & Dienstleistungen – Zahlreiche Start-Ups, aber auch mittelständische Unternehmen entwickeln, verarbeiten und vertreiben Produkte rund um das Thema Cannabis und Hanf. Unternehmen, die aus Hanf Verpackungen, kompostierbare Materialien, Papier, Textil oder andere hanf-basierte Rohstoffe herstellen, fördern die Innovationen rund um die Pflanze Cannabis und helfen durch nachhaltige Produktionsansätze bei der Sicherung unserer Lebensgrundlagen. 

Aber auch Dienstleister mit speziellem Know-How wie Transportlogistik, Medien- und Beratungsleistungen oder Wissensvermittlung haben sich auf das Thema Cannabis spezialisiert. Hierzu zählen Hersteller von Anbau-, Beleuchtungs-, Bewässerungs- oder Düngetechnik, genauso wie Verbrauchsmaterialien und Analysetechnik. Hersteller und Händler deutscher Rauch- und Verdampfungsgeräten für medizinische Anwendungen gehören sogar zu den Weltmarktführern. „

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V.i.s.d.P:
Jürgen Neumeyer

Geschäftsführer 

Branchenverband Cannabiswirtschaft e.V. (i.G.)
Marienstr. 30
10117 Berlin

presse@cannabiswirtschaft.de
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